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Warum in die Ferne schweifen

Karte_Wieck

Einen kleinen Erkundungsgang durch Eldena und Wieck empfehlen wir jedem gerade eingetroffenen Majuwi-Besucher.

Nicht nur wir haben die exponierte Lage an der Mündung des Ryck und die wunderschöne Umgebung gleich erkannt, sondern schon lange vor uns die Zisterziensermönche. Sie gründeten hier um 1199 ein Kloster: das Kloster Eldena.

Vom Strand aus gelangen wir durch den östlichen Ausgang, auf die Wolgaster Chaussee. Dort geht es, rechts am alten Wirtschaftsgebäude des Klosters vorbei, zu den monumentalen, geheimnisvollen Resten des Eldenaer Klosters. Vom Majuwi aus, finden man es, wenn Sie den Yachtweg, an der Brücke vorbei und vor dem Lokal "Zur Brücke" links in den Studentensteig einbiegen. Das Kloster befindet sich am Ende des Studentensteigs.

Kloster Eldena

Hier liegt nicht nur die Wurzel der Hansestadt Greifswald, sondern dank der Werke des berühmten Malers und Sohns Greifswalds, Caspar David Friedrich, auch die "berühmteste Ruine Deutschlands".  Die Werke C. D. Friedrichs ließen die Klosterruine zu einem Wahrzeichen für die gesamte Romantik werden. Mehrere Werke Caspar David Friedrichs befinden sich übrigens in der Gemäldegalerie des Pommerschen Landesmuseums.

Die Anlage der Klosterruine wurde zum 800. Jubiläum umfassend saniert. Sie bietet im Sommer Raum und Kulisse für die Aufführungen des Theaters Vorpommern und für Konzerte und Experimente der bildenden und darstellenden Künste. Seit bereits mehr als 20 Jahren finden hier im Juli die Eldenaer Jazz Evenings statt, bei denen Jazzinterpreten der internationalen Spitzenklasse auftreten.

Von der Klosteruine die Hauptverkehrsstraße in Richtung Greifswald entlang erreichen wir die Bockwindmühle von Eldena. Schriftlich erwähnt wurde diese Bockwindmühle zum ersten Mal 1533. Sie ist eine der ältesten Mühlen an der Ostseeküste. Bis 1932 wurde hier Korn gemahlen. An einem schönen Sommertag im Jahre 1972 brach sie mit lautem Getöse zusammen. Nur der Bock und der Hausbaum blieben übrig. Letzterer gab jahrelang den Störchen eine wunderbare Brutstätte. Die Störche mussten vor zehn Jahren umziehen, denn seit dieser Zeit kümmert sich ein Verein um den Wiederaufbau der Mühle, der bald abgeschlossen sein wird. Die Mühle soll dann wieder funktionstüchtig sein.

Mühle_Brücke

Wenn wir die idyllische Mühle genug bestaunt haben, gehen wir uns rechts haltend wieder in Richtung Majuwi. Vor uns liegt nun ein beliebtes Ausflugsziel: die Wiecker Brücke. Diese nostalgische, voll funktionstüchtige Klappbrücke wurde nach holländischem Vorbild erbaut und verbindet seit 1886 die beiden Ortsteile, Eldena und Wieck, miteinander. Diese Holzbrücke ist in ihrer Art einmalig und für den Nordosten Deutschlands völlig untypisch. Die Klappbrücke wird zur Freude der Schaulustigen mehrmals am Tag jede volle Stunde geöffnet, so dass Segler und kleinere Dampfer in Richtung Greifswald bzw. in Richtung Bodden und Ostsee fahren können.

Im Ort Wieck gibt es noch zahlreiche gut erhaltene, rohrgedeckte Fachwerk- und Kapitänshäuser, oft mit dem typischen Krüppelwalmdach, die wir uns ansehen wollen, bevor die frische Seeluft auf der Mole genießen. Wieck ist ein altes Fischerdorf aus dem 18. Jahrhundert. Bis 1939 war Wieck ein selbständiges Dorf. Seitdem gehört es zur Stadt Greifswald. Der Wiecker Hafen diente schon früher als Fischereihafen und auch als Vorhafen für die damalige Frachtschifffahrt auf Greifswald. Er gehörte zu den wichtigsten Schutzhäfen der Küstenfischerei.

Auf dem Weg zur Nordmole, die Kaimauer entlang, sehen wir das Hafenamt. Am Hafenamt ist eine Flutmarke angebracht: Sie weist darauf hin, dass im Jahr 1872 das Wasser bei einer Sturmflut eine Höhe von 2,64 Metern erreichte. Bis 1897, als die Ausflugsgaststätte "Utkiek" erbaut wurde, war an dieser freien Stelle ein Netztrockenplatz der Wiecker Fischer.

FischerbooteAb 1857 wurde der Wiecker Hafen ständig ausgebaut. Von 1858 bis 1862 wurde die Nordmole errichtet und der Hafen mit dem Ausbau der Südmohle und der Bollwerke auf 100 m verbreitert. Der Segler- und Fischereihafen Greifswald-Wieck ist vollständig saniert und modernisiert worden. Für die Fischereigenossenschaft in Wieck ist die Heringssaison von großer Wichtigkeit, aber auch Aale, Flundern, Zander, Hechte, Barsche, Lachse werden gefangen.

Im Hafen hat auch die Schonerbrigg "Greif" ihren Liegeplatz, deren Eigner: die Hansestadt Greifswald, das Schiff auch für Tagestouren verchartert.

Die "Greif", als "Wilhelm Pieck" Segelschulschiff der DDR, nimmt heute "Landratten" auf einen Törn nach Bornholm oder sogar bis nach St. Petersburg mit.

Wieck_1

Auf dem Spaziergang durch die idyllischen Dorfstraßen, finden wir den Weg zur Kirchstraße: Die Wiecker Kirche diente und dient heimkehrenden Fischern und Seefahrern als Orientierungszeichen und Gruß vom Festland. 1882/83 wurde eine neue Pfarrkirche am Rande des Dorfes neben dem bereits 1855 erbauten Pfarrgehöft errichtet. Dass die Wiecker Kirche dem Wirkungsfeld des Architekten Friedrich Adler entstammt, wurde erst kürzlich herausgefunden. Adler wird als Hauptvertreter der Schule nach Karl-Friedrich Schinkel angesehen und gehört zur Generation der so genannten "Enkelschüler" Schinkels. Der neugotische Kirchenbau beeindruckt durch das hohe Schiff, das viel Licht in den Raum lässt. Die dreijochige Saalkirche mit eingezogenem Chor ist aus rotem Backstein gefertigt. Dach und Turm sind mit anthrazitfarbenem Schiefer gedeckt.

Das wohl älteste Haus Wiecks finden wir, wenn wir direkt gegenüber in die Rosenstraße 16 einbiegen: ein Hallenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Hallenhäuser sind so genannte Einheitshäuser, das heißt: Wohnen, Arbeiten, Tierhaltung und Erntegutlagerung finden unter einem Dach statt.

Folgt man nun der Rosenstraße bis zur nächsten Dorfstraße sieht man rechts bereits wieder die Klappbrücke. Diesen kleinen Rundgang kann man dann mit dem Kauf von frischem Fisch bei der Fischereigenossenschaft abschließen. Der Fisch wird dann zum Abendessen im Majuwi gegrillt.